Hinüber ohne Motor
Die Fähre bei Altenberg hängt an einem Seil und nimmt die Strömung der Aare als Antrieb. Hansueli Stettler fährt sie seit zweiundzwanzig Jahren. Ein Motor ist nie eingebaut worden. Wer das für eine Attraktion hält, steht falsch: es ist der Weg von einem Uferweg zum anderen, für Leute mit einem Hund, einem Einkauf oder einfach mit Zeit.
An Bord stehen ein Dutzend Personen, eng, plus Velos, wenn sie nicht zu lang sind. Eine Bank für zwei ist unter dem kleinen Dach, der Rest steht. Die Überfahrt dauert, solange der Fluss braucht. Eine Uhr hängt nicht aus. Wenn Stettler am anderen Ufer ist und die Glocke geht, kommt er zurück, sobald das Boot frei ist.
Was man unterwegs sieht
Flussauf das hellere Wasser, flussab die Schwimmer, im Sommer dicht. Die Stadt bleibt im Rücken, das Münster schaut über die Bäume, wenn man auf der richtigen Seite steht. Im Juli ist das Wasser neben der Bordwand trotzdem kalt. Kinder halten die Hand ans Holz und ziehen sie wieder weg.
Stettler redet wenig während der Fahrt. Er schaut auf das Seil und auf das, was den Bug kreuzt. Fragen nach der Stadt beantwortet er am Ufer, nicht in der Strömung. Fotos sind ihm gleich, solange niemand auf die Reling steigt.