Zur Fähre

Daumendick, und es singt

Führungsseil der Fähre

Das Seil ist 2016 neu gekommen. Das alte hatte eine Litze offen, Stettler hat sie einen Winter lang mit Draht umwickelt und im März gesagt, jetzt reiche es. Das neue ist etwa daumendick, verzinkt, und läuft über eine Rolle am Bug, die quietscht, wenn sie trocken ist. Nach Regen ist sie still.

Im Wind, quer zur Aare, gibt das Seil einen Ton ab, dünn, eher eine Saite als ein Summen. Man hört ihn am Ufer besser als auf dem Boot. Im Frühjahr kommt jemand von der Seilbahnwerkstatt, schaut die Klemmen an beiden Masten an und geht wieder. Ein Protokoll bekommt man als Fahrgast nicht zu sehen. Stettler sagt nur, ob etwas war oder nicht. Meist nicht.

Anfassen ist verboten, nicht wegen eines Schildes, sondern weil das Seil unter Zug steht und die Rolle Finger nimmt. Kinder wollen trotzdem. Er stellt sich dann dazwischen, ohne die Stimme zu heben.